Institut für Forensik und Rechtspsychologie

Die forensische Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychologie befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen jugendlichen Straftätern und Straftäterinnen und deren psychischer Verfassung. D.h., der/die Straffällige muss in seinem/ihrem psychischen Entwicklungsstand überprüft werden und mit Einbezug der Abklärung der schulischen und familiären Situation müssen dem/der Straffälligen geeignete Massnahmen und andere Hilfestellungen wie Psychotherapie etc. zur Verfügung gestellt werden. Dazu ist eine differenzierte Diagnostik sowie eine sorgfältige Gefährlichkeits- und Prognosebeurteilung notwendig.

Um die Integration der jugendlichen Straftäter und Straftäterinnen in unsere Gesellschaft zu erreichen, so wie dies unsere Gesetzgebung vorsieht, braucht es früh ansetzende, professionelle und interdisziplinäre Bemühungen.

Das Institut für Forensik und Rechtspsychologie bietet mit seinen Angeboten sowohl für Fachpersonen wie auch für Betroffene kompetente und zeitnahe Hilfestellungen in den verschiedensten Problembereichen rund um forensische Fragestellungen an:

Gutachten

Das IFB erstellt bei straffälligen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen (bis 25 Jahren) nach neuesten wissenschaftlichen Kriterien Gutachten. Ein Gutachten beinhaltet folgende Schwerpunkte:

  • Beschreibung und Analyse der Persönlichkeit des jugendlichen Straftäters und der jugendlichen Straftäterin unter Einbezug des sozialen Umfeldes
  • Detaillierte Erfassung des Tatverhaltens unter sozialen, psychiatrischen sowie (entwicklungs-) psychologischen Gesichtspunkten
  • Risiko- und Prognosebeurteilung
  • Massnahmeempfehlungen

Das IFB legt grossen Wert auf eine hohe Qualitätssicherung sowie auf flexibles und fallspezifisches Vorgehen bei der Erstellung der Gutachten. 

Beratung

Bei Bedarf (insbesondere bei weniger komplexen Fällen und bei dringendem Interventionsbedarf) bietet das IFB anstelle eines strafrechtlichen Gutachtens auch Kurzabklärungen an. Ziel dieser Kurzabklärung ist eine fallorientierte Unterstützung bei dringenden Fällen für die rasche Initiierung von adäquaten Lösungswegen.

Nach der telefonischen Klärung Ihrer Anliegen und der Zustellung der entsprechenden Akten werden wir mit Ihnen in einem gemeinsamen Gespräch entsprechende Lösungswege erarbeiten.

Je nach Dringlichkeit ist ein beratendes Gespräch innerhalb einer Woche nach Erhalt der Akten möglich.

Psychotherapie

Das IFB bietet tiefenpsychologische, kognitiv- und verhaltensorientierte Therapieformen an, welche an die konkreten Fähigkeiten und Fertigkeiten der minderjährigen Straftäter, -innen anknüpfen. Im Allgemeinen verfolgt die Therapie folgende Ziele:

  • Deliktaufarbeitung
  • Stärkung der sozialen Kompetenzen und des Einfühlungsvermögens
  • Erlernen sozialverträglicher Problemlösungsstrategien
  • Übernahme von Verantwortung für das eigene Tun und Handeln

Um ein Optimum an Erfolg zu erzielen, wird neben der psychotherapeutischen Arbeit die Vernetzung mit den Angehörigen und involvierten Hilfeeinrichtungen als unabdingbar angesehen. Es werden deshalb in der Zusammenarbeit mit den einweisenden Stellen klare Ziele und Rahmenbedingungen festgelegt.

MAAP

Das Multisystemische-Anti-Aggressions-Programm ist ein zielorientiertes (Gruppen-) Kompakttraining auf verhaltenstherapeutischer und tiefenpsychologischer Grundlage. Wie international schon seit längerer Zeit gefordert, ist das MAAP multisystemisch aufgebaut und verlangt eine Mitarbeit der Eltern oder nahen Bezugspersonen.

Dieses Angebot ist konzipiert für Kinder und Jugendliche (10 – 20 Jahre), die durch aggressives Verhalten auffällig geworden sind.

Informationen zur Anmeldung oder laufenden Gruppen finden Sie hier.

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